Vor 8 Jahren lag ich um

diese Zeit zum letzten Mal am CTG. Irgendwie kommt es mir vor wie gestern. Ich bekam noch mal Schmerzmittel und wieder auf Station geschickt, denn echte Wehen hatte ich keine, aber diese fiesen Wehen von dem Einleitungsmedikament, das mir seit Mittag echt übelste Probleme bereitet. Ich bin wieder auf Station und da kam grad meine neue Zimmernachbarin an, die sich ja gleich komplett unbeliebt gemacht hat. (Was mir auch irgendwann die Tage sehr bewusst wurde, schon da hat er mich alleine gelassen, ist schon Mittags als klar war das ich drin bleiben muss verschwunden)

Ich versuchte zu schlafen, aber durch dies komischen medikamentösen Wehen kam ich kaum zur Ruhe und meine Nachbarin tat ihr übriges dazu. Um 23 fiel ich in einen Dämmerschlaf und um kurz vor zwölf wurde ich ziemlich unsanft aus meinem Schlaf hoch geschreckt. Na die Details erspare ich euch. Fakt ist so schnell haben Nachtschwester schon länger niemanden mehr in den Kreißsaal geschubst, ruck zuck Bett aus dem Zimmer rangiert und Blitz schnell war ich unten. Dann kamen 6 Stunden Arbeit, so richtige Wehen hatte ich noch nicht, aber dank der guten Infusionen wurde das dann recht bald was. Um 5:56 Uhr ist Benni geschlüpft, klein und zart lag er auf mir, wuschelige Haare und ganz ganz große Augen die mich neugierig anblicken. Ihm ging es erstmal gut und er durfte einen kleinen Moment bleiben, dann wurde er zum Kinderarzt gegeben, jo und bei mir tat sich nix mehr. Der Oberarzt und die Hebamme waren erst entspannt, aber nach 20 Minuten wurden sie schon unruhig und ich war nur müde und erschöpft, aber schlafen durfte ich nicht, also wieder Wehentropf und es passierte nix. Leon machte überhaupt nicht die Anstalten sich auf den Weg zu machen. Der Oberarzt drückte dann von oben, die Hebamme zog unten und gab Anweisungen wann ich zu pressen hatte. Boh eh ich sag es immer wieder das war fast schlimmer als die 6 Stunden davor. Irgendwann ( 6:36 Uhr) hatten wir es geschafft und Leon kam raus musste aber sofort zum Kinderarzt.

Was dann kam erspare ich euch auch, das war dann nämlich nicht so schön.

Um zehn Uhr wachte ich dann aus der Narkose auf und guckte auf meine zwei Süßen, wir kamen auf Station und ich war nur fertig. Ich hatte viel Blut verloren, bekam erstmal 3 Transfusionen um meine Lebensgeister zu wecken. Meine Werte lagen bei 4,8, äh ja nicht gut.

Der Vater kam übrigens Nachts gegen halb 3, weil ich ihn anrief, aber verschwand dann sofort als Leon da war. Hilfe war er mir keine.

Um die Mittagszeit hatten dann meine Eltern, Elke und Thomas mich besucht. Dieser Besuch ging wohl von meinen Eltern aus, die anderen zwei wären nicht gekommen. Da ich aber noch total erschöpft war blieben sie nicht lange und sind bald verschwunden. Die Mäuse waren die meiste Zeit im Kinderzimmer, ich konnte mich nicht um sie kümmern. Es wurde zwar versucht anzulegen, aber es klappte nicht.

Benni musste dann abends auf die Intensivstation, weil er sich verschlechtert hat, Leon hatte sich besser angepasst, blieb aber im Kinderzimmer und schlief die Nacht so gut es ging.  Am nächsten morgen sammelte ich meine nicht vorhanden Reserven und ließ mich zu Benni bringen. Der Oberarzt meinte bei ihren Werten eine tolle Leistung das schaffen nur sehr wenige. Zur Nachbarin meinte er nur: können sich ja mal ein Beispiel dran nehmen. Dieser Frau geht es viel schlechter als ihnen, sie macht aber nicht so ein Theater. Die hat aber auch wirklich ein Theater aufgeführt, eh zum wahnsinnig werden. Ich war da schon kurz vor Mord.

Benni lag im Brutkasten, verkabelt mit Sonden und EKG und so, wie ein Vögelchen was aus dem Nest gefallen ist.

Bis Freitag blieb ich dann habe ich mich und Leon entlassen, ich konnte nicht mehr, die Schachtel neben mir hätte ich sonst doch noch umgebracht. So richtig fit war ich zwar noch nicht, aber die Blutwerte konnte man halbwegs passabel nennen und deshalb ließen sie mich gehen. Da erfuhr ich dann auch warum dann doch so schnell eingeleitet wurde und nicht nochmal zugewartet wurde. Meine Blutwerte hatten sich ziemlich verschlechtert und deshalb keine Verzögerung, weil es den Kindern noch gut ging. Ich pendelte dann ein paar Tage hin und her, aber die Intensivstation kam nicht in die Pötte mit meinem Kind. Sie wollten ihn partout nicht entlassen, ich war so genervt bis ich gesagt habe, wenn es keinen medizinischen Grund gibt nehme ich ihn mit. Der Arzt kam mir da noch recht schräg und tat als würde ich mit dem Leben meines Kindes spielen. Er wollte nicht richtig trinken, bekam ständig die Milch über eine Sonde. Tztztz ich meine ich bin gelernte Kinderkrankenschwester und bei mir trank Benni, gemütlich, aber er trank und ich traute es mir zu Hause zu ihn hoch zu päppeln, Hebamme und Kinderärztin waren schon informiert und zurück kann ich immer noch. Unter Protest der Kinderärzte und Schwestern zog ich dann mit Benni ab. Was soll ich sagen, zu Hause hatte mein Kind nie eine Trinkschwäche, trank relativ zügig seine Milch und alles war gut, so lange ich ihn  auf dem Arm hatte.

Das Ganze ist jetzt schon so lang her, aber irgendwie kommt es mir vor als wäre es gestern gewesen. Wahnsinn. Ich werde wohl doch alt 😛

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2 Gedanken zu “Vor 8 Jahren lag ich um

  1. Herzlichen Glückwunsch für die beiden Lausebengel und alles Gute.
    Bei mir ist es auch jedes Mal am Geburtstag von Y so, dass mir alles nochmal einfällt. Scheint normal zu sein, obwohl: Ich bin ja auch alt;-)

    Viele Grüße,
    Michelle

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